Grundlage jeglicher Handlung ist die Motivation.
Warum stecke ich also all meine Energie, Zeit und auch viel Geld in diese Hortus-Sache?
Aus der Vielzahl intensiver Reiseerlebnisse heraus, die mich meist sehr nah zu den Menschen und der Natur geführt haben, fühle ich mich zu einer Wiedergutmachung an der unglaublichen Vielfalt des Lebens verpflichtet. Mit meinen Mitteln und direkt vor meiner Haustüre, also im eigenen Garten.
Eine besondere Schlüsselrolle nimmt dabei meine längste Reise ein. Feuerland Alaska mit dem Rad.
Die gesamte Panamericana, eine Traumstraße der Welt, mit dem Fahrrad. Im November 2000 geht es los, ich bin 32 Jahre alt. Meine Ex-Frau begleitet mich.
4 oder 5 Stunden vor der Landung in Ushuaia, der südlichsten Stadt, sieht man aus dem Fenster des Fliegers nur gelbe Steppe, Patagonien, schön gezeichnet und marmoriert durch ausgetrocknete Flussläufe. Der Wind und die Einsamkeit durch die sich zunächst die Ruta 40 zieht, bis es endlich grün wird und die argentinische Pampa beginnt, bleiben unsichtbar. Mit einem Rad ist das anders, alles ist reduziert, nichts lenkt ab. Da ist nur der Schotter, der Wind und die Weite. Viel Zeit zum Nachdenken auf den ersten 3000 km, viel Zeit für sich Selbst. Die Einheimischen sprechen von drei Möglichkeiten:
a) verrückt werden
b) den Horizont bejubeln
c) das Kleine entdecken
um hier überleben zu können. Eine wichtige Lektion lernen wir also ganz am Anfang, den Blick schärfen für das Kleine, das vermeintlich Unbedeutende.
Diese neue Erkenntnis begleitet uns die ganze Reise über und schärft unsere Sinne. Wir wollen lernen über uns und die Welt um uns. Und wir fühlen es zunächst selten, dann immer wieder und heute ganz klar:
Wir sind Teil dieser unendlich vernetzten Welt
Gewaltige Naturwunder sind zu sehen, einmalige Kulturgüter zu bestaunen, unbekannte Tiere und Pflanzen begegnen uns, wir lernen, was Gastfreundschaft und sauberes Trinkwasser heißt…
Eine warme Dusche wird zum hohen Gut, wir werden anspruchslos und demütig, loten unsere Grenzen aus und überschreiten sie gelegentlich...
Nach über 2,5 Jahren und fast 42000 km mit dem Rad, nach der Durchquerung von Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru, Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, USA und Kanada erreichen wir im Sommer 2003, ein paar Tage nach meinem 35 Geburtstag unser Ziel:
Inuvik,eine der nördlichsten Siedlungen der Welt.
Zunächst habe ich mir einen Traum erfüllt!
Aus diesen sehr persönlichen und tiefen Erfahrungen schöpfe ich die Energie weiter zu machen und einen neuen Traum zu realisieren.
Wenn ich einen Schmetterling sehe oder neuen Insekten, die jetzt durch mein Schaffen und Gestalten einen neuen Lebensraum bekommen haben, fühle ich mich wieder irgendwie auf Reisen, in gewaltiger Natur, als ein Entdecker der Schöpfung und habe das Gefühl etwas, auch wenn es global gesehen nur ganz wenig ist, zurückgeben zu können für die unglaublichen Eindrücke meines Lebens.
In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.
Augustinus Aurelius
Sei nicht Sklave einer Utopie, sondern Diener deiner Vision!
Markus Gastl
Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige.
Albert Schweitzer
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